AUDI „cometogether“ – flexible Arbeits- und Veranstaltungsfläche in Ingolstadt
Eine bestehende, kleinteilig organisierte Bürofläche der AUDI AG in Ingolstadt sollte zu einem gemeinschaftlich nutzbaren Bereich für unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit werden. Auf 370 m² entstand mit „cometogether“ eine multifunktionale Arbeitswelt für Projektarbeit, Besprechungen, Co-Working, informellen Austausch, hybride Präsentationen und Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen.
Die Planungsaufgabe bestand darin, diese Nutzungen auf einer gemeinsamen Fläche zu ermöglichen, die sich an verschiedene Gruppengrößen und Formate anpassen lässt. roomarts entwickelte dafür ein Raumkonzept mit beweglicher Möblierung, akustisch wirksamen Vorhängen, einem zentralen Coffeepoint und einer eigens entworfenen modularen Tribüne. Raumakustik, Beleuchtung, Medientechnik und KNX-Steuerung wurden auf die Nutzungsszenarien abgestimmt.
Der Projektzeitraum reichte von Juni 2023 bis Juni 2024. Die Fläche ist realisiert. Grundlage der Planung im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit mit der AUDI AG war der bestehende Rahmenvertrag; roomarts bearbeitete Leistungen in Anlehnung an die HOAI über die Leistungsphasen 1–3 und 5–9.
Die feste Raumstruktur der Bestandsfläche entsprach den neuen Anforderungen nicht mehr. Nach dem Rückbau der kleinteiligen Bürostruktur wurde die Fläche weitgehend geöffnet und funktional neu organisiert. An die Stelle dauerhaft festgelegter Einzelräume traten Zonen, die sich je nach Nutzung verändern lassen.
Damit wurde der Bestand nicht nur gestalterisch erneuert, sondern für veränderte organisatorische Anforderungen weiterentwickelt. Das Projekt verbindet Büroplanung und Innenarchitektur mit Bauen im Bestand und Revitalisierung: Entscheidend war, wie sich dieselben Quadratmeter für unterschiedliche Arbeits- und Veranstaltungsformen nutzen lassen.
Im Alltag unterstützen offene Sitzbereiche spontane Gespräche und kleinere Besprechungen. Hochlehner bilden geschütztere Zonen für Projektarbeit und Austausch. Akustisch wirksame Vorhänge können Teilbereiche temporär voneinander trennen und lassen sich abhängig von Gruppengröße und Nutzung einsetzen.
Für Workshops, Präsentationen und Veranstaltungen wird die Möblierung neu organisiert. Größere Formate sind mit einer Reihenbestuhlung für bis zu 200 Personen möglich. Die Flexibilität entsteht aus dem Zusammenspiel von Möbeln, textilen Raumteilern und Tribünenmodulen, die sich verschieben, kombinieren und anders anordnen lassen.
Im Zentrum der Fläche liegt der Coffeepoint als Bestandteil des offenen Raumkonzepts. Rund um ihn entsteht mit einer lockeren Cafeteria-Bestuhlung ein Treffpunkt für Pausen, spontane Gespräche und informellen Austausch. So hat die große Fläche auch außerhalb von Workshops und Veranstaltungen einen selbstverständlichen Mittelpunkt.
Bei größeren Formaten lässt sich die umliegende Möblierung verändern und in das jeweilige Raumsetting einbeziehen. Der Coffeepoint bleibt dabei in den Gesamtraum integriert und unterstützt dessen Mehrfachnutzung.
Ein prägendes Element ist die von roomarts selbst entwickelte Tribüne. Vor dem Entwurf wurden gemeinsam mit dem Ansprechpartner der AUDI AG unterschiedliche Lösungen verglichen und bereits realisierte Tribünen bei anderen Kunden von roomarts besichtigt. Eine passende Standardlösung aus industrieller Fertigung wurde nicht gefunden: Flexibilität, Gestaltung und Einbindung in den Raum erforderten eine eigene Entwicklung.
Die Tribüne besteht aus mehreren Holzelementen, die sich unterschiedlich miteinander kombinieren lassen. Jedes Modul ist mit Rollen ausgestattet und kann an der gewünschten Position arretiert werden. Dadurch entstehen je nach Format verschiedene Tribünensituationen; im Alltag können die Elemente anders angeordnet werden als bei Workshops oder größeren Präsentationen.
Entwurf und planerische Entwicklung stammen von roomarts. Ein Schreiner übernahm die handwerkliche Fertigung. Die Tribüne ist damit ein individuell geplantes Raumelement, das die wechselnden Nutzungen der Fläche unterstützt.
Eine offene Fläche für Zusammenarbeit, Kommunikation und Veranstaltungen stellt besondere Anforderungen an die Raumakustik. Deshalb wurden akustische Maßnahmen von Beginn an mit Raumstruktur und Materialkonzept verbunden.
Der textile Bodenbelag unterstützt die Schallabsorption. Akustisch wirksame Vorhänge dienen zugleich als flexible Raumteiler; akustisch wirksame Holzlamellen ergänzen das Konzept an den Wandflächen. Die Maßnahmen greifen ineinander und unterstützen die unterschiedlichen Nutzungen des offenen Raums.
Der Teppich übernimmt zusätzlich eine gestalterische Aufgabe: Sein gezielt eingesetzter Farbverlauf zoniert die Fläche, ohne zusätzliche Wände oder harte Grenzen zu schaffen. Er macht Nutzungsbereiche wahrnehmbar und verbindet sie zu einem zusammenhängenden Raum. Holzoberflächen, textile Elemente sowie Grün- und Erdtöne bilden dafür eine gemeinsame gestalterische Basis.
roomarts entwickelte den Lichtentwurf, übernahm die Produktauswahl sowie die gestalterische und technische Detailabstimmung mit einem italienischen Leuchtenhersteller. Die produktspezifische Ausführungsplanung erfolgte anschließend durch den Hersteller.
Auf Wunsch des Auftraggebers erinnern die runden Leuchten in ihrer Formensprache an die Audi Ringe. Zusammen mit frei geführten linearen Lichtbändern prägen sie die offene Deckenlandschaft und geben den verschiedenen Bereichen einen eigenen Charakter.
Die Leuchten können unterschiedliche Farben darstellen. Das auf den Projektaufnahmen sichtbare Audi-Rot ist eine von mehreren möglichen Einstellungen. Je nach Nutzung und gewünschter Atmosphäre lassen sich verschiedene Lichtstimmungen wählen.
roomarts begleitete die Konzeption der Medientechnik, plante die notwendigen Anschlüsse und Schnittstellen und koordinierte deren Integration in die Innenarchitektur. Präsentationen und hybride Formate konnten so bereits in der räumlichen Planung berücksichtigt werden.
Die technische Ausführungsplanung der Medientechnik übernahm die Medientechnikfirma. Die konzeptionelle Begleitung und Anschlussplanung von roomarts waren damit auf die technische Fachplanung abgestimmt.
Die Funktionsanforderungen für die KNX-Steuerung entwickelte roomarts gemeinsam mit dem Bauherrn. Ausgangspunkt war die Frage, welche Funktionen steuerbar sein sollten und welche räumlichen Situationen für Arbeitsalltag, Workshops, Präsentationen und Veranstaltungen benötigt werden.
Dazu wurden unterschiedliche Raum- und Möblierungsszenarien entwickelt. roomarts visualisierte sie in 3D für die Touchdisplays, sodass Nutzer die zugehörige Raumkonfiguration bereits auf der Bedienoberfläche erkennen können. Die Programmierung des KNX-Systems erfolgte durch den Elektriker.
So verbindet die Steuerung technische Funktionen mit den vorgesehenen Nutzungen. Die Darstellung macht die Szenarien anschaulich und erleichtert die Orientierung bei der Auswahl des passenden Raumsettings.
Mit „cometogether“ entstand eine Arbeitswelt, die den Wechsel zwischen Zusammenarbeit, Begegnung und Veranstaltung räumlich ermöglicht. Die individuell entwickelten Elemente und ihre technische Einbindung machen die bestehende Fläche für unterschiedliche Formate nutzbar.
Das Projekt am Standort Ingolstadt zeigt, wie roomarts Büroplanung, Innenarchitektur und die Weiterentwicklung von Bestandsflächen zusammenführt – vom Raumkonzept bis zur Abstimmung der Ausführung.
Projektdetails
Leistungsart: Innenarchitektur und Büroplanung, Bauen im Bestand & Revitalisierung und Raumakustik, Raumstruktur, Möblierung und individuelle Einbauten, Lichtentwurf, Produktauswahl und Detailabstimmung, konzeptionelle Medientechnik-, Anschluss- und Schnittstellenplanung, Funktionsanforderungen und Raumszenarien für KNX sowie 3D Visualisierungen für Touchdisplays
Kunde: AUDI AG Ingolstadt
Zeitraum: Juni 2023 – Juni 2024
Ort: Ingolstadt / Oberbayern
Fläche: 370 qm
Leistungsphasen: I – III, V-IX









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